Freitag, 26. November 2010

Brüdergemeine schenkt Nieskyern ein Pfingstkonzert


Von Carla Martern

Aller zwei Jahre treffen sich Bläserchöre der Herrnhuter Brüdergemeine. 300 Gäste werden in Niesky erwartet. Die Vorfreude ist groß.

Thomas Przyluski, Sprecher der Brüder-Unität Herrnhut, der Pfarrer der Nieskyer Brüdergemeine Peter Vogt und Lothar Halke stellen die neu eingerichtete Internetseite zum Bläsertreffen vor. Foto: Rolf Ullmann

Lothar Halke lässt sich wegen abwechslungsreichen Pfingstfeiertagen keine grauen Haare wachsen. Aller zwei Jahre packt er seine Reisetasche und den kleinen Koffer mit seiner Trompete und macht sich auf den Weg zu einem Bläsertreffen. Auch im kommenden Jahr steht eines bevor. Das wird für den Gärtnermeister Halke allerdings aufregender als die der vergangenen Jahre. Denn dieses Mal verreisen Lothar Halke und die anderen 20 Mitglieder des Bläserchores der evangelischen Brüdergemeine Niesky nicht. Dieses Mal empfangen sie 300 Gäste.

Die Vorfreude auf die Begegnungen mit den anderen Bläsern ist groß. Genau 200 Tage bevor das Treffen beginnt, wurde am Mittwoch eine Internetseite freigeschaltet. Sie ist sehr informativ, sehr unterhaltsam und man spürt förmlich, wie mit viel Engagement und Liebe das Treffen von den Gastgebern bereits vorbereitet wird. Wer sich die Webseite anschaut, wird überrascht, denn selbst an die Blitzerinfo unter dem Menüpunkt Anreise ist gedacht.

Dabei ist die Vorbereitungsgruppe momentan relativ überschaubar. „Wir sind 15 Personen“, sagt Pfarrer Peter Vogt, der das Team leitet. Sogar das Programm für die drei Bläsertreffentage über Pfingsten steht schon ziemlich detailliert fest. Höhepunkt wird eindeutig das große Pfingstkonzert am Sonntag auf dem Nieskyer Zinzendorfplatz. Alle 300 Bläser zwischen 8 und 80 werden spielen. Die Posaunenchöre schenken den Nieskyern dieses Konzert zu Pfingsten. Damit sich der vielstimmige Klang gut anhört, wird schon jetzt in den einzelnen Posaunenchören geprobt. Um die Auswahl der Stücke kümmert sich ein musikalischer Obmann. Gespielt werden soll auch ein modernes Stücks des Dresdner Komponisten Manfred Weiß, der aus Niesky stammt. Lothar Halke spitzt bei dem Gedanken schon die Lippen. „Es wäre möglich, dass das anfangs etwas befremdlich klingt“, sagt der seit 1958 Trompete spielende Gärtnermeister und Stadtrat.

Bei den brüderischen Bläsertreffen spielen sie bei weitem nicht nur kirchliche Musik. Selbst ein schottisches Stück im Big-Band-Sound, bei dem auch ein Schlagzeug zum Einsatz kam, war schon dabei. Damit die Konzert- und Gottesdienstbesucher gern zuhören, wird während des Treffens natürlich auch viel geprobt. Mittlerweile kennen sich viele, sind Freundschaften entstanden.

Nicht nur deshalb wollen die Nieskyer Gemeindemitglieder der Brüdergemeine gute Gastgeber sein. Sie wollen auch den Gnadauern in nichts nachstehen. Die 600-Seelen-Gemeinde bei Magdeburg war 2008 Veranstalter. „Fast der ganze Ort unterstützte begeistert das Bläsertreffen“, sagt Peter Vogt. Auch hier haben die evangelische und die katholische Gemeinde schon Hilfe angekündigt, ebenso die Stadt. Auf eine erste kleine Nachricht, dass Quartiergeber gesucht werden, gab es gleich drei Meldungen. So zählen die Bläsertreffen-Organisatoren zuversichtlich und fröhlich den Countdown herunter bis Pfingsten 2011. Und verraten einen Herzenswunsch: Die Nieskyer mögen das Konzert-Geschenk annehmen!

www. blaesertag2011.de